Mantrailing - Harte Fakten - Werde erfolgreicher Hundetrainer

Bei manchen Anbietern stellen sich mir die Haare auf, und ich weiß, dass ich mir hier jetzt wahrscheinlich den ein oder anderen bösen Blick einfangen werde.

Weißt du warum?

Und bevor die Jahrtausend-Diskussion entfacht – wir reden hier immer nur über Mantrailing im Hundeschulbereich – zum Spaß und zur Auslastung des Hundes, keine Rettungshundestaffel!

Also.. Mantrailing ist eine super faszinierende Auslastung für Hund und Mensch. Die Hundenase ist ein kleines Wunder und übersteigt eigentlich schon fast die menschlichen Vorstellungskräfte.

Wusstest du, dass bei Hunden das Riechhirn im Vergleich zum Menschen riesig ist? Es umfasst 10 % des gesamten Hundehirns. Das vom Menschen umfasst lediglich 1 %. Die Hundenase enthält ca. 200 Millionen Geruchszellen und ist ca. 40-mal effektiver als die menschliche Nase. Unsere Hunde sind fähig, mehrere verschiedene Gerüche zu differenzieren, nach dem Alter zu unterscheiden und können diese über einen langen Zeitraum im Gedächtnis speichern.

Und was machen die meisten Anbieter beim Mantrailing mit diesem faszinierenden Organ?

Richtig – Sie stecken die Nase in ein Glas, um den Geruchsträger mit dem Geruch, den der Hund später suchen soll, möglichst „rein“ zu halten.

Das kannst du dir ungefähr so vorstellen, als ob Tante Erna Martin Rütter erklärt, wie er mit seinem Hund umgehen soll – kurz gesagt, es ist einfach unnötig.

Damit reduzieren wir die Fähigkeiten unserer Hunde auf ein Minimum und sind hinterher selbst schuld, wenn sie sich schwer tun Gerüche aufzunehmen und zu suchen, die vielleicht nicht gerade frisch aus dem Einweckglas kommen.

Tja, was ist aber eigentlich unser Ziel?

Wir wollen Hunde, die abgehärtet sind und die auch mal mit einem Geruchsträger klarkommen, der auch den alltäglichen Dingen ausgesetzt ist – so wie es in 99% der Fälle eben in unsere Welt ist.

Glaub mir, es kann schon mal vorkommen, dass es plötzlich regnet, jemand auf deinen Geruchsträger draufsteigt oder ihn einfach einsammelt, weil er dachte, wir verschmutzen die Umwelt mit bewusst platzierten Taschentüchern am Straßenrand – klar doch.

Wir legen bei uns viel Wert darauf, dass unsere Hunde trotzdem sauber arbeiten. Wir wollen ihr Potenzial ausschöpfen und es fördern. Dazu gehört auch, den Hund vor (kontrollierten) Herausforderungen zu stellen.

Und ich glaube, du stimmst mir zumindest zu einem gewissen Teil zu, denn sonst hättest du wahrscheinlich gar nicht bis hierher gelesen.

Spoiler – es wird noch rasanter. Denn wir haben ja nicht nur zu dem „Nase ins Glas stecken“ eine ganz klare Meinung.

Unsere Philosophie ist es, über Körpersprache eng mit dem Hund zusammenzuarbeiten. Das gilt selbstverständlich auch fürs Mantrailing.

Was möchten wir also bzw. was möchten wir nicht haben?

Wir wollen keine 15 Meter Schleppleinen, die am Boden hinterherschleifen und der Hundeführer irgendwo hinten dranhängt und mit etwas Glück gerade noch den Püschel seines Hundes wedeln sieht.

Versteh mich nicht falsch, natürlich trailen diese Teams auch, aber für uns ist das eben: Hund trailt und Mensch rennt hinterher und nicht Mensch und Hund trailen gemeinsam.

Die Leine ist das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Mensch und Hund. Sie sollte konstant sein und deine permanente Verbindung zwischen dir und deinem Hund herstellen. Nicht mit 15 Metern Abstand! Sondern vielleicht gerade mal 7 Meter, sodass du deinen Hund immer noch sehen, lesen und verstehen kannst.

Du kannst dir das vorstellen wie die alten Schnurtelefone, wenn du die Schnur kappst, dann ist die Verbindung weg. So ist das, wenn keine konstante Verbindung über die Leine herrscht.

So, wenn du jetzt immer noch liest, dann bist du zumindest nicht abgeneigt von meiner Theorie, dass Nasen nirgends reingesteckt werden müssen und, dass Mensch und Hund bewusst gemeinsam arbeiten sollten durch eine konstante Verbindung und dem nötigen Know-How für die Signale des Hundes.

Einen Punkt hab ich aber noch, bei dem ich echt schon Kopfschmerzen bekomme, wenn ich es nur lese oder sehe.

Wir werden gerne mal belächelt, wenn wir erklären, dass wir mit 3 Mensch-Hund-Teams in 60 Minuten eine Trailstunde abhalten.

Hier gibt es gleich zwei Ansichten, die ich mir nicht verkneifen kann. Einmal aus Kundensicht und einmal aus Trainersicht.

Frage an dich: Hättest du Lust bei den winterlichen Temperaturen von, sagen wir mal -5 bis -10 Grad, über eine Stunde in einem Versteck zu sitzen? So, dass an deinen Haaren schon die Eiszapfen runterwachsen und die vorbeigehenden Fußgänger ihre Handschuhe anbieten? Puh.. also ich hätte ganz ehrlich keine Lust darauf. Das wäre aus Kundensicht meine erste und letzte Stunde, bei der ich mich als Versteckperson bereit erkläre.

Mal ganz abgesehen von der erfrorenen Versteckperson, ist es auch einfach nicht wirtschaftlich.

Angenommen du hast eine Mantrailing-Stunde mit sagen wir mal 6 Teams, bei denen jeder zwei Trails machen soll, brauchst dafür aber schon mal 2 Stunden Planung – denn ja, ein guter Trainer plant seine Trails vor. Die Trails gehen teilweise über 30-40 Minuten.

Das wären dann 6 Teams à 2 Trails mit je 30 Minuten, sind wir bei 6 Stunden + die 2 Stunden Vorbereitungszeit. Du brauchst also einen ganzen Tag, um eine Gruppe Mantrailer abzudecken. – Denkst du wirklich, das ist rentabel für einen Stundenpreis von 25-35€?

Was machen wir anders?

Unser Ziel ist es kurze, intensive (auf Schwerpunkte) ausgelegte Trails zu bieten. So, dass sowohl die Versteckpersonen, welche die anderen Mantrailer sind, nicht länger als 10 Minuten in einem Versteck warten müssen.

Wir möchten, dass die ganze Gruppe in Bewegung ist und, dass auch über das Mantrailing hinaus trainiert wird. Unsere Mantrailing-Stunden sind keineswegs nur auf reine Nasenarbeit begrenzt.

Wir arbeiten an Problemverhalten gegenüber Hunden und Menschen, an der Leinenführung, an der Kommunikation und an der Alltagstauglichkeit.

Unsere Ansprüche sind hoch und unsere Hunde, sowie auch die Menschen sind nach bestem Wissen und Gewissen ausgebildet. Wir möchten aber Spaß für die ganze Gruppe und vor allem – ganz nach unserer Philosophie – etwas über den Tellerrand hinausschauen.

So und wenn du nun bis hierhin gelesen hast und dir jetzt denkst „Genau, das möchte ich meinen Kunden auch bieten“ – dann bist du bei uns zu 100% richtig!